Stress-Test
Menschen sind für Leistung und Stress „gebaut“. Hochleistungen – sowohl körperlich als auch kognitiv – fordern uns heraus und aktivieren uns. Das hält uns langfristig gesund und motiviert. Dies gilt jedoch nur unter zwei Bedingungen. Wir brauchen die Balance aus Anspannung und Entspannung und aus Rennen und Innehalten. Wir brauchen in Stresssituationen die Möglichkeit, zu kämpfen oder zu flüchten, um die Stressreaktion abzufedern.
Ein Praxisbeispiel
Nehmen wir an, eine Kunde beleidigt uns und wir würden am liebsten aktiv dagegen vorgehen und mit ihm mal sinnbildlich „vor die Tür gehen“. Das wäre aktiv konstruktives Stressmanagement. Adrenalin baut sich ab und wir lernen, dass wir uns mit Kämpfen schützen. Doch halt, da gibt es ja noch die Unternehmensregeln: „Der Kunde hat immer recht!“ und „Zeig immer ein Lächeln!“ Schon erleben wir den Konflikt, der uns langfristig eben nicht guttut. Wie lässt es sich nun lösen?
Sich situationsangemessen zu schützen ist eine wichtige Kompetenz im Sinne eines aktiven Gesundheitsmanagements. Ein Beispiel: „Herr Kunde, ich kann Ihren Ärger verstehen und wir finden sicherlich eine Lösung. Doch ich muss mich nicht von Ihnen persönlich angreifen lassen. Also bitte ändern Sie Ihren Ton.“ Diese Formulierung muss jedoch von den Vorgesetzen mitgetragen werden. Hier braucht es Schutz als gesundheitsförderliche Unterstützung. Im Nachgang zu diesem Gespräch gönnen Sie sich bitte direkte Bewegung. Unser Körper sagt uns unter Stressaktivierung:“ Beweg Dich!“ Also, Treppe statt Fahrstuhl, einmal Luft schnappen am Fenster oder im Stehen telefonieren.
Erkennen Sie Ihre Belastungsgrenzen frühzeitig
Der einfache Schnelltest
01. Emotionale Erschöpfung
Fühle ich mich in letzter Zeit erschöpfter als sonst? Machen Sie den Couchtest. Freitag abend auf der Couch, wie geht es mir? Es geht dabei immer um die wahrgenommene Veränderung.
02. Leistungsfähigkeit
Wie leistungsfähig fühle ich mich? Wie gut kann ich die aktuellen Anforderungen bewältigen?
03. Zynismus
Wie oft erwische ich mich bei zynischen Bemerkungen? Wo formuliere ich bissig?
Stressmanagement in 3 Schritten
Machen Sie den Selbst-Check, identifizieren Sie Ihre Stressanzeiger sowie Energiebringer und trainieren Sie Ihr Stressmanagement in 3 Schritten.
Aufgabe:
- Schritt 1: Ampel-Akku-Check Um mit dem Training zu beginnen, sollten Sie zunächst den Ampel- sowie Akku-Check ausfüllen. Den Selbst-Check zum Download und zum Ausdrucken finden Sie hier!
- Schritt 2: Analyse Bei der Auswertung schauen Sie sich bitte Ihren ausgefüllten Fragebogen an: Wenn Ihr Ampel-Check fünfmal oder öfter im „roten Bereich“ und zusätzlich Ihr Akku „kaum geladen“ ist, dann besteht Handlungsbedarf und Sie sollten Ihre Akkus aufladen.
- Schritt 3: Handlung
- Schreiben Sie zwei konkrete Aktionen, mit denen Sie Ihre Akkus aufladen können, auf einen kleinen Zettel. Tragen Sie diesen Zettel zur Erinnerung in Ihrer Brieftasche mit sich.
- Suchen Sie sich einen Unterstützungspartner, der Sie immer mal wieder erinnert.
- Wenn Sie im „grünen Bereich“ liegen, überlegen Sie sich Maßnahmen zur Stabilisierung dieses Zustandes.